Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf,
in einem anderen Leben.
in einem anderen Leben.
Nie weiß er vorher, wer es heute ist.
Was wäre, wenn du A sein könntest? In welchen Körper
würdest du für einen Tag schlüpfen? fragt Lovelybooks.
Ich habe lange über diese Frage nachgedacht. Hier muss
man eine Entscheidung fällen, man kann sich für etwas entscheiden, was man
selbst interessant findet. Ist es aber nicht so, dass A an sich keine
Wahlmöglichkeit hat. Dass er jeden morgen in einem anderen Körper aufwacht,
ohne sich für diesen Menschen entschieden zu haben.
Deswegen habe ich mir gesagt, du wählst etwas, was für A
wahrscheinlich ist. Wo die Wahrscheinlichkeit, dass das A erlebt hat groß ist.
Und wie A (vermutlich) findet man erst im Laufe des Tages heraus, wer man ist.
Der Wecker klingelt, durch die entstehende Panik wache
ich auf. Es ist 4 Uhr morgens. Ich war schon lange nicht mehr in einem Körper,
der so früh aufsteht. Ich spüre, dass der es gewohnt ist. Er ist kräftig und
jetzt schon voller Energie. Ich muss also wahrscheinlich schwere Arbeit tun, um
so viel Energie zu verbrauchen.
Ich schaue mich um. Es ist ein kleines Zimmer. Schräg gegenüber vom Bett, in dem sitze ist eine Tür, vor mir an der Wand ist ein Regal mit ein paar Klamotten und Krimskrams. Neben dem Bett steht ein Tisch und Stuhl. Dahinter ist eine Dusche, auch ein Klo befindet sich im Raum. Es gibt kein Waschbecken, da wird die Dusche wohl herhalten müssen. Für das restliche Zimmer finde ich die Dusche schon recht luxuriös. Deswegen nutze ich die Dusche gleich. Nachdem ich mich angezogen habe, klopft es an der Tür. „Jan, kommst du, wir müssen los.“
Ich schaue mich um. Es ist ein kleines Zimmer. Schräg gegenüber vom Bett, in dem sitze ist eine Tür, vor mir an der Wand ist ein Regal mit ein paar Klamotten und Krimskrams. Neben dem Bett steht ein Tisch und Stuhl. Dahinter ist eine Dusche, auch ein Klo befindet sich im Raum. Es gibt kein Waschbecken, da wird die Dusche wohl herhalten müssen. Für das restliche Zimmer finde ich die Dusche schon recht luxuriös. Deswegen nutze ich die Dusche gleich. Nachdem ich mich angezogen habe, klopft es an der Tür. „Jan, kommst du, wir müssen los.“
Ich gehe raus, dort steht ein kräftiger Mann, der so
wirkte als wäre er in Eile und genau das gleiche anhat wie ich. „Bin ich zu
spät?“, frage ich. Er antwortet nicht, sondern läuft los. Ich muss jetzt erst
mal etwas über mich herausfinden, wie jeden Tag, auch wenn ich das Gefühl habe,
die Menschen schon recht gut einschätzen zu können. Ich folge meinem Kollegen
den Gang hinunter und versuche ihn in den plötzlichen Menschenmassen nicht zu verlieren.
Währenddessen mache ich eine Bestandsaufnahme, von dem,
was ich schon über mich weiß.
·
Ich bin männlich (mal wieder).
·
Ich heiße Jan.
·
Ich bin ca. 25 Jahre alt.
·
Ich arbeite viel Energieaufwendiges.
·
Ich bin stark.
·
Ich habe einheitliche (wahrscheinlich Fabrik-)Kleidung.
·
Ich habe nicht sehr viel.
·
Ich habe einen Kollegen, der vielleicht auch ein
Freund ist.
Mit jedem Ereignis wächst die List und am Abend sind bestimmt
100 Hundert Punkte auf einer Liste, aber sie nützen mir nichts mehr, weil ich
weiß, dass ich den Körper nie wiedersehen werde.
Mittlerweile bin ich am meinem Arbeitsplatz angekommen,
mit meinem Kollegen habe ich mich nicht weiter unterhalten, aber er schein es
gewöhnt zu sein, dass ich bzw. mein Körper ein wenig langsamer ist. Er hat sich
regelmäßig umgedreht und geguckt, ob ich noch da bin. Vielleicht aber hat er
mich, also nicht Jan gespürt, manche Menschen sind so sensibel, dass sie
merken, dass ich die Person besetzte.
Wir bekommen alle etwas zu trinken und müssen dann
anfangen zu arbeiten. Wir bewegen schwere Dinge erst von einem Ort zum anderen.
Ich weiß nicht, was es ist. Nun bauen wir etwas zusammen, mein Körper kennt die
Bewegungen. Langsam bekomme ich ein Bild von dem, was ich tu, es sind Teile eines Flugzeuges. Ich stocke, wenn
ich einen Fehler mache, ich könnte hunderte Menschenleben gefährden. Ich weiß
noch nicht mal was ich tue, dass einzige was ich mache, ist den gewohnten
Bewegungen zu folgen. Mein Kollege weckt aus meiner Erstarrung. „Du musst
weitermachen!“, wispert er. Ich versuche mein Gewissen beiseite zu schieben und
nur noch auf meinen Körper zu achten.
Metall nehmen, schweißen, biegen, schweißen, nächstes
Teil. Ich weiß nicht wie lang das geht, aber als eine Klingel ertönt, bin ich
müde. Ich muss lange gearbeitet haben. Und ich habe Hunger.
Ich folge den Massen, die sich aus der Halle
hinausbewegen. Ich komme in eine Kantine, es riecht verbrannt. Ich folge dem
Beispiel der anderen und nehme mir ein Tablett. Dabei fällt mir auf, dass ich
seit Stunden nichts mehr gesagt habe, in der Halle hat sich keiner unterhalten.
Hier reden die anderen Arbeiter untereinander. Ich werde von hinten an die
Schulter gefasst, ich dreh mich um. Vor mir steht ein mir unbekannter Mann,
ungefähr in meinem Alter.
„Hey, deine Schicht überstanden? Dann kannst ja mal nachher
mitkommen.“, entgegnet er. Ich habe keinen blassen Schimmer, stimme aber zu. „Sieht
wohl so aus. Klar, holst du mich ab?“ Das ich abgeholt werde, hat ja schon
heute morgen funktioniert. Die Antwort kommt: „Jo“. Damit verschwindet er zwischen
den Menschen.
Ich rücke in der Reihe vor und bekomme schon bald mein
Essen, es sieht nicht sehr gut aus. Ich such mir einen Tisch, an dem nur wenige
Männer sitzen und beginne zu essen. Es schmeckt nicht wirklich gut, aber es ist
essbar. Auch jetzt bin ich alleine, ich kenne keinen und auch mein Körper ohne
Person scheint auf niemanden zu reagieren, so bleibe ich für mich.
Ich weiß nicht, was ich machen soll, ganz offensichtlich
habe ich meine Schicht überstanden. Jetzt nach dem Essen bin auch nicht mehr
ganz so müde und außerdem würde ich mein Zimmer sowieso nicht finde. Also lass
ich meine Gedanken schweifen, bis…
„Du bist ja immer noch hier, kommst du jetzt?“, es ist
der Typ von vorhin. Ich steh auf und schon wieder folge ich jemanden ins Ungewisse.
Plötzlich wird alles Schwarz, jemand muss mir auf den Kopf geschlagen haben.
Ich spüre wie der Körper bewusstlos wird, ich selbst bin
noch da, bin doch nun ohne die Sinne. Ich spüre einen Sog und stelle mit bedauern
fest, dass ich den Menschen in keiner guten Situation zurücklasse. Er wird es
aber bestimmt.
So lande ich wieder in meinem eigenen Körper und bin froh
darüber einen zu haben und mein Leben zu kennen und nicht jeden Tag neu starten
zu müssen.
Dieses Leben von Jan, schien sehr still zu sein, ich habe kaum etwas über ihn herausgefunden. Er scheint ein Leben ohne viel Veränderungen und mit klarem Alltag zu haben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freu mich, wie alle, über Kommentare. Lob, Kritik, Fragen, was immer ihr wollt.