Susanne Gerdom, 1958 geboren, ist am Niederrhein in Rheinhausen aufgewachsen, wo sie auch zur Schule ging. Nach einer Buchhandelslehre beschäftigte sie sich mit dem Theater und verbrachte einige Jahre als Schauspielerin und Regisseurin in Düsseldorf. Später begann sie, Fantasy und Science Fiction zu schreiben. Sie lebt und arbeitet seit 2008 wieder am linken Niederrhein.
www.susannegerdom.de Text und Bild von Ueberreuter
Wie ist Ihnen die Idee zu Æthermagie gekommen, was war der Auslöser?
Ich habe eine Leidenschaft für Romane des 19. Jahrhunderts. Und ich
mag Steamfantasy, die ja in Deutschland bisher nur wenig Resonanz
findet, was sicher daran liegt, dass sie den meisten zu "technisch" ist.
Das finde ich auch, und deshalb hatte ich große Lust, mal etwas zu
schreiben, das mit Technik so gut wie nichts zu tun hat, aber dennoch
dieses "Steam-Gefühl" transportiert.
Und wie immer bei meinen Büchern waren da zuerst die Figuren - Kato
und ein "Engeljunge", der den zweiten Band von Æthermagie als
Protagonist tragen wird.
In dem Buch geht es um das Rätsel um die Ætherwesen. Wie kommt man auf solche Wesen?
Ich habe mich gefragt, welche Formen der Energiequellen es geben könnte, wenn man ein "magisches" Element einführt. Der Weg zu den Elementarkräften war dann nur noch kurz. Luft, Wasser, Feuer, Erde ... Æther.
Warum können nur manche sie sehen, z.B. Kato?
Nur die sogenannten "Sensitiven" sind in der Lage, Elementarwesen zu sehen. Das ist wie ein spezieller Sinn, den manche Menschen eben haben, die meisten aber nicht.
Wieso beschreibt man die "Behandlungen" so genau? Die nehmen einen sehr mit.
Ja, die haben mich auch mitgenommen. Als ich entschieden habe,
einen Teil der Geschichte in einem Irrenhaus spielen zu lassen, habe ich
erstmal recherchiert. Wie haben Behandlungen zu der damaligen Zeit
ausgesehen, was gab es überhaupt an Behandlungsmethoden usw.
Ich habe alte Psychiatriezeitschriften im Netz gefunden und ich
habe diese unglaubliche Methode der Lobotomie recherchiert, die ich ein
paar Jahre "vorziehe" - das kam eigentlich erst später. Eine wirklich
bestialische Methode, bei der Menschen im Gehirn "herumgerührt" wird und
die viel, viel Leid verursacht hat.
Ich habe in diesen Passagen eher noch geschönt als übertrieben,
weil ich ja keinen Horrorroman schreiben wollte. Aber wahrscheinlich ist
das immer noch ganz schön starker Tobak.
Wann wird der nächste Teil erscheinen, da ja viele Fragen noch unbeantwortet sind?
Ich hoffe, dass 2014 der nächste Band erscheinen kann. Daumen drücken und meinen Verlag darauf hinweisen, dass man das weiterlesen will. ;-)))
Wieso lassen Sie es zwischendurch so hoffnungslos aussehen? Das treibt einen in eine leichte Verzweifelung.
Aber es muss doch auch mal schlimm werden, damit man nachher
erleichtert aufatmen kann. Ich lasse aber nie eine meiner Figuren in
ganz und gar hoffnungslosen Situationen im Stich. Dafür mag ich die
einfach zu gerne. ;-)
Wer ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen?
Moroni. Wer sonst. :-)))
Dankeschön, Susanne Gerdom, für das schöne Interview.
Die Rezension zu Æthermagie finden sie hier.
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